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Heimatjahrbuch 2018

Jetzt bestellen! Hier wird authentisch über die pfälzische Heimat geschrieben, über das Leben, das alle Menschen in der Stadt und dem Kreis teilen. Für alle, die mehr wissen wollen über die Region und die Menschen hier. Das Heimatjahrbuch 2018 ist für sechs Euro plus 2,50 Euro Versandkosten beim Rolf Schmiedel Verlag erhältlich. Bestellungen unter Telefon 0631-205772-0, per Fax 205772-29 oder per Mail an mail(at)wir-im-landkreis.de möglich.

Maria Madenbergs Kolumne

Ich bewundere Menschen, die mutig sind. Sie haben so eine Unerschrocken-heit an sich - das beeindruckt mich. Sie haben eine Idee im Kopf und tun sie dann einfach. Egal, was da kommt - sie ziehen dann "ihr Ding" durch. Hör auf dich selbst! Egal, was andere sagen! Sieh nur auf dich selbst! Und ähnliche gebetsmühlenartige Um-, bzw. Anerziehungs-Sprüche sind virulent. Da ist kein Platz mehr für wenigstens ein Quäntchen Rücksichtnahme. Ort und Situation spielen keine Rolle. Am Mackenbacher Kreisel, an der Supermarkt-Kasse in Landstuhl, an der Fußgängerampel in Enkenbach - Freundlichkeit wird als Schwäche ausgelegt. Ein Auto-Corso mit flatternden weißen Hochzeitsbändchen kommt mir entgegen, will vor mir die Straße kreuzend abbiegen, ich halte an und lasse die ausgelassen hupende Kolonne passieren. Hinter mir hupt es plötzlich auch: Wild gestikulierend eine vielleicht Mittdreißigerin in ihrem Cabrio bedeutet mir, ich solle weiterfahren, mein Vorfahrtsrecht ausnutzen...

"Ab heute singe ich unter der Dusche"

 

Patricia Küll ist Fernseh-Moderatorin, Coach, Speaker und ausgebildete Trainerin. Nach langer Recherchearbeit ist es endlich da: ihr erstes Buch "Ab heute singe ich unter der Dusche". Wir im Landkreis-Redakteurin Nadine Obstarek hat sich mit ihr darüber unterhalten. Nachfolgend finden Sie das komplette Gespräch. Ein Teil des Interviews ist bereits in der Printausgabe erschienen.

 

Wir im Landkreis: Wie würden Sie Ihr Buch beschreiben?

Patricia Küll: Mein Buch ist eine Mischung aus Arbeits- und Lesebuch. Zum einen gibt es die Geschichten von Menschen wie unserer Ministerpräsidentin Malu Dreyer oder der Designerin des Jahres Anja Gockel. Sie haben mir tiefe Einblicke in ihr Leben gewährt. Haben sehr offen und ehrlich über schwere Zeiten in ihrem Leben erzählt und wie sie damit umgegangen sind. Denn Lebenskrisen und Lebensfreude sind ja zwei Seiten von ein- und derselben Medaille. Das sind sehr emotionale Geschichten, die aber auch unglaublich viel Mut machen. Zum anderen gibt es Kapitel, die Schritt für Schritt erklären, wie man selbst die Lebensfreude wieder wachsen lassen kann. Dafür muss man sein Leben nicht komplett umkrempeln, man muss aber den Willen haben, etwas verändern zu wollen und dann auch konsequent dabei bleiben.

 

Wir: Welche Motivation hat Sie dazu gebracht, dieses Buch zu schreiben?

Küll: In meinem Beruf als Fernsehmoderatorin lerne ich viele Menschen kennen und mir ist aufgefallen, dass viele Vieles besitzen, aber an irgendeiner Abzweigung ihres Lebens die Freude und Leichtigkeit verloren haben. Und dann kam ich selbst in eine Situation, in der sich mein Leben sehr schwer anfühlte und es mehr Arbeit als Vergnügen war. Da wollte ich wissen, woher das kommt und vor allem, was man dagegen tun kann. Da ich diplomierte systemische Coach bin, kannte ich bereits Werkzeuge, die ich ausprobieren konnte. Daneben habe ich mich mit Menschen unterhalten, die trotz viel Arbeit eine gewisse Lebensfreude ausstrahlen. Von ihnen habe ich viele gute Impulse bekommen. Alle haben ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht, aber eines haben sie gemeinsam: sie alle wissen, wie wichtig es ist, gut auf sich aufzupassen. Mein Buch richtet sich an jene Menschen, die ihre eigenen Bedürfnisse lang hinten angestellt haben und die gern wieder mehr lachen, mehr Leichtigkeit spüren wollen.

 

Wir: In Ihrem Buch stellen Sie 17 Regeln auf. Wie sind Sie darauf gekommen? Halten Sie sich auch selbst daran?

Küll: Die 17 Lebensfreuderegeln haben sich im Arbeits-Prozess so ergeben. Und in der Tat halte ich mich selbst daran. Denn auch ich falle immer mal wieder in meine alten Muster. Erst letztens hatte ich vor lauter Stress ganz viele graue Gedanken. Da hat mich mein Mann an meine Übung "Think bunt" erinnert. Dabei packt man alle grauen Gedanken in eine Kugel und kickt sie ins All. Ich habe die Übung ein paar Minuten lang gemacht und sie hat - wieder einmal - geholfen, aus einem grauen Tag einen kunterbunten zu machen.

 

Wir: Was sagen Sie jemandem, der Ihr Buch kaufen soll? Wie überzeugen Sie ihn?

Küll: Ich würde drei Fragen stellen: Freuen Sie sich in der Regel morgens auf den Tag? Möchten Sie Ihr Leben mit keinem tauschen? Singen Sie unter der Dusche? Wenn man bei Frage eins und zwei mit "nein" antworten muss oder deutlich zögert, dann kann es sein, dass gerade der Lebensfreude-Zwerg auf der Couch sitzt. Und mein Buch hilft, aus dem Zwerg einen Riesen zu machen.

 

Wir: Es handelt sich um Ihr erstes Buch, wie war der Prozess? Was war gut, was eher nicht so? Was haben Sie sich anders vorgestellt? Wird es eine Fortsetzung geben oder eher andere Projekte?

Küll: Dieses Buch zu schreiben hat letztendlich zwei Jahre gedauert, aber es war ein schmerzloser Prozess. Die Idee dazu kam an einem Sonntag bei einem Workshop. Am Dienstag hatte ich bereits die Zusage von Julia Klöckner, dass sie sich für das Buch interviewen lässt. Und ich hatte die Zusage von einer befreundeten Verlegerin, dass sie das Buch verlegen wird. Das war natürlich der Wahnsinn nach nur zwei Tagen. Dann habe ich mich auf die Suche nach weiteren Gesprächspartnerinnen gemacht. Das war durch meine Fernseharbeit etwas leichter als wenn mich keiner gekannt hätte. Und dann habe ich neun Monate lang jeden Abend nach Feierabend, wenn die Kinder im Bett waren, recherchiert und geschrieben. Dazwischen habe ich den Verlag gewechselt, weil die Verlegerin und ich merkten, dass mein Buch bei einem anderen Verlag besser aufgehoben ist. Aber auch das war viel weniger schwierig als gedacht. Das zweite Jahr brauchte ich dann, um das Buch so umzuschreiben, wie es jetzt ist. Ich hatte anfangs einen anderen Aufbau gewählt und merkte im Laufe der Zeit, dass man sich beim Lesen leichter tut, wenn man die Kapitel anders unterteilt. Jetzt gibt es 17 Lebensfreuderegeln. Man kann auf einen Blick erkennen, worum es geht und schnell mal etwas nachlesen. Eine Fortsetzung direkt wird es erstmal nicht geben, aber ich schreibe am zweiten Buch, das ebenfalls ein Ratgeber für schwere Tage werden wird.

 

Wir: Ihre Homepage heißt "LebensWandlerin" und unter diesem ?Motto? haben Sie auch Ihr Buch publiziert. Mussten Sie selbst mal ihr Leben wandeln oder wie kamen Sie auf den Namen? Welche Geschichte steckt hinter Ihrem Lebensweg?

Küll: Viele Menschen, die ich in meiner Sendung kennenlerne, verändern ihr Leben drastisch, wenn es länger nicht gut läuft. Oft werden die Menschen auch krank. Dann kommt die Kündigung des Jobs. Scheidung. Umzug in eine andere Stadt. Ich plädiere mehr für "wandeln" als für "verändern". Daher der Name. Außerdem finde ich es eine schöne Vorstellung, durchs Leben zu wandeln. Und natürlich verlief auch mein Leben nicht geradlinig. Immer wenn ich dachte, jetzt läuft es geradeaus, kamen Hürden und Hindernisse. Gesundheitliche Probleme, Enttäuschungen im Beruf, aber auch der Verlust von ganz engen, geliebten Menschen. Wie ich damit umgegangen bin, auch darüber schreibe ich sehr offen in meinem Buch.

 

Wir: Was ist denn die wichtigste Erkenntnis aus Ihrer Beschäftigung mit dem Thema "Lebensfreude"?

Küll: Um wieder mehr Spaß am Leben zu haben, muss man nicht alles verändern. Man muss aber bereit sein, an sich selbst zu arbeiten. Dabei sind oft viele kleine Schritte ausreichend. Die wichtigste Erkenntnis dabei: Du musst dir selbst eine gute Fee sein. Warte nicht darauf, dass dich andere glücklich machen. Die können dazu beitragen, aber das Meiste muss von dir selbst kommen. Ich sehe mich dabei als "Anschubserin", den Menschen mal wieder zu zeigen, was sie alles selber tun können. Da ist nämlich viel mehr möglich, als manche glauben.